Weitere Einflussfaktoren
Shownotes
In dieser Folge widmen sich Clemens und Malte den Einflussfaktoren, die Baukosten über alle Projektphasen hinweg verändern können. Faktoren, die sich nicht immer in Tabellen abbilden lassen, aber entscheidend dafür sind, wie sich ein Projekt finanziell entwickelt.
Anhand zahlreicher Praxisbeispiele zeigen sie, warum Kostenmanagement immer auch Beobachtung, Erfahrung und Kommunikation erfordert. Von Marktsituation und Standort über Auftraggebervorgaben bis hin zu Planung, Vergabe und Ausführung wird deutlich, weshalb Projekte trotz ähnlicher Kennzahlen völlig unterschiedliche Kostenverläufe nehmen können.
Die Folge macht klar: Wer Kosten steuern will, muss das gesamte Projektumfeld verstehen – nicht nur Zahlen.
In dieser Folge sprechen Clemens und Malte unter anderem über:
- den Einfluss von Marktsituation, Nachfrage und Finanzierung auf Baupreise
- Makro- und Mikrostandorte als wesentliche Kostentreiber
- Auftraggebervorgaben und das Projektumfeld als Kostenfaktor
- Planung, Designentscheidungen und Planerauswahl als frühe Weichensteller
- warum Vergabe- und Ausführungsphase besonders kostenkritisch sind
Für wen ist das relevant?
- Projektsteuerer:innen und Projektleiter:innen
- Quereinsteiger:innen im Bau- und Projektmanagement
- Bauherren und Auftraggeber mit Kostenverantwortung
Kosten entstehen nicht isoliert – sie sind das Ergebnis vieler Entscheidungen entlang des Projektverlaufs.
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00:00:00: Okay! Ja, so. Hi,
00:00:03: servus, grüezi, moin moin. Und bom dia.
00:00:07: Und bom dia. Genau, sagt man so? Ja, okay.
00:00:12: BAUGEFÜHLE
00:00:13: Dein Podcast für Projektwissen
00:00:16: mit Unterhaltung rund um den Bau
00:00:18: und manchmal auch mehr.
00:00:20: Wir haben wieder unsere Aufnahmereihe mit
00:00:23: Malte. Malte Benter zu Besuch bei uns. Straight out of São Paulo, besucht uns
00:00:30: hier, um unser Studio einzurichten. Und was macht Malte? Malte ist Content Creator
00:00:37: und betreut uns in der ganzen Content-Erstellung, in den ganzen Medien,
00:00:41: die wir so bedienen, wo wir unsere Informationen veröffentlichen. Und wir
00:00:45: haben gesagt, oder
00:00:47: wir haben so für uns gesagt, dass der Beste, wir machen aus Malte, wir wollen
00:00:52: aus Malte den besten Content Creator für uns machen, indem wir Malte ausbilden zu
00:00:57: einem von uns, nämlich zu einem Bau-, äh, Projektsteuerer. So dass Malte in
00:01:04: der Lage ist, äh, dann, nachdem er hier mit der Ausbildung fertig ist, äh, auch
00:01:10: Bauprojekte zu steuern zu können. Und wir werden Malte auch praktisch auch in
00:01:15: Projekte, in, äh, Projekte einbringen, wo er mitwirken kann, sodass er dann auch die
00:01:21: Theorie in der Praxis anwenden kann, seine Erfahrungen machen kann und wir
00:01:25: werden auch dabei wieder lernen. Das ist für mich immer ganz wichtig, dass ich
00:01:29: auch, äh, beim
00:01:32: Coaching von
00:01:35: den Teilnehmern lerne, äh, für mich etwas lerne. Und ich bin schwer davon überzeugt,
00:01:40: dass ich danach sage: "Yes, hat sich auf jeden Fall gelohnt." Und ich glaube,
00:01:45: Malte, du wirst das auch mit Sicherheit sagen und ich versuche auch zu
00:01:48: overdelivern. Ist unser Wort. Ich weiß gar nicht, ob es das im Wörterbuch so gibt.
00:01:53: Ja, gibt es das. Jetzt gibt es das. Wir kümmern uns darum,
00:01:56: dass es eingetragen wird. Von daher, äh, freue ich mich, Malte, dass wir das Studio
00:02:01: einrichten konnten, dass wir unsere Videocast-Podcast-Reihe starten können.
00:02:05: Und ja, da wird einiges noch in nächster Zeit, äh, von uns veröffentlicht werden.
00:02:09: Wir freuen uns drauf, wenn ihr Ideen habt, wenn ihr Wünsche habt zu Themen, zu
00:02:14: Gästen, so wie Malte, ja, vielleicht noch mal ein Interviewgast oder so zu
00:02:17: speziellen Themen. Schreibt uns das. Wir kümmern uns dann drum, dass wir die Gäste
00:02:21: hier ins Studio bekommen. Wir locken die mit allen möglichen Mitteln. Wenn ihr
00:02:24: Connections zu Gästen habt, teilt uns das mit. Wir freuen uns auch darüber. Denke,
00:02:30: das ist, also wir sehen uns als Community. Das heißt, wenn ihr was einbringt, geben
00:02:33: wir das auch wieder in irgendeiner Form zurück, so dass dann alle irgendwo davon
00:02:37: was haben. Und wenn alle irgendwo so denken und nicht immer nur ziehen, sondern
00:02:41: auch geben, das ist so unser Denkprinzip, unser Mindset, dann kommen wir weiter,
00:02:46: dann kommen wir gemeinsam weiter. Und wir, die, die besten Erfolge haben wir immer
00:02:50: mit Kooperationen gemacht. Und ja, jetzt möchten wir mit euch über Social Media
00:02:55: kooperieren, eine Community aufbauen
00:02:57: und ja, freuen uns auf euch! Ich freue mich jetzt auf Malte. Äh, wir haben noch
00:03:01: ein paar Themen zu besprechen, Malte, was wir vorhaben oder was wir auch schon
00:03:05: vorbereitet haben. Wir sprechen grundsätzlich über, äh,
00:03:10: Seminarinhalte. Diese Seminarinhalte sind jetzt nicht fix irgendwo gestaffelt in dem
00:03:15: Seminar, sondern die können auch, äh, in verschiedenen Seminarpaketen beinhaltet
00:03:20: sein. Äh, wenn ihr, äh, das Bedürfnis habt, ein, ein, ein Seminar, ein
00:03:26: zugeschnittenes Seminar, äh, zu bekommen, dann sprecht uns an. Wir, äh, wir machen,
00:03:31: wir stellen auch gerne ein Seminar auf eure Bedürfnisse zusammen. Das lohnt sich
00:03:35: vor allem, wenn ihr irgendwo ein Team habt oder so mit, äh,
00:03:39: mehreren Gleichgesinnten, wo man dann, ja, sage ich mal, alle so ein bisschen auf
00:03:42: nächstes Level bringen kann. So, Malte, wir haben gesprochen über
00:03:48: Kostenmanagement. Wir haben uns die DIN zwei sieben sechs angeschaut.
00:03:52: Kostengruppen, welche Kosten-, äh, Ebenen gibt es? Wie Kostenschätzung,
00:03:57: Kostenberechnung und so weiter. Kommt bis zur Kostenfeststellung. Die Kostengruppen,
00:04:01: damit kannst du, glaube ich, auch jetzt mittlerweile was anfangen, oder?
00:04:04: Habe ich alle abgespeichert. Dann haben wir drüber gesprochen... Was
00:04:07: hatten wir noch? Hier, Datenbanken, ne? Datenbanken, ja.
00:04:09: Kannst du dazu ein bisschen was sagen, was du da gelernt hast?
00:04:12: Ähm, ja, also es gibt auch, also Datenbanken sind super wichtig, ne. Äh,
00:04:15: auf jeden Fall auch in der Baubranche, äh, so wie in anderen Bereichen. Und was ich
00:04:21: daraus verstanden habe, es gibt natürlich... Gut, die Bücher sind jetzt
00:04:23: nicht mehr hier. Genau, richtig. Ich habe noch mein gutes, altes,
00:04:27: einheimisches Jägerbuch aus Namibia vom Kavango River. Aber das hilft dir jetzt
00:04:32: nicht weiter. Nee, da nicht.
00:04:34: Jetzt musst du ja hier aus deinem, aus, aus deinem Erlernten musst du jetzt dann-
00:04:37: Genau, richtig. Also es gibt auf jeden Fall veröffentlichte Datenbanken.
00:04:40: Ja, richtig. Die kann man nutzen. Da ist auf jeden Fall
00:04:42: schon mal einiges drin. Aber ich denke mal, so das Wichtigste, was ich
00:04:45: rausgezogen habe, ist, dass man eigene Datenbanken anfängt aufzubauen mit der
00:04:49: Zeit- Mhm.
00:04:50: , weil die genauer für seinen eigenen Nutzen sind, ne. Und die könnte man sogar
00:04:55: auch verkaufen in der Zukunft, ne. Das ist auch möglich.
00:04:57: Ja, ja. Aber gut-
00:04:59: Ich denke, du hast einen Mehrwert, wenn du die nicht, also nicht verkaufst, sondern
00:05:03: einer, einer Kooperation zur Verfügung stellst und von der Koopera, von der
00:05:06: Kooperation, äh, sage ich mal, nachher einen Mehrwert hast. Ich glaube, da, da,
00:05:10: da kriegst du mehr, als wenn du die für drei Mark fünfzig bei eBay verkaufst, ne.
00:05:13: Mhm. Aber ja, kann man verkaufen, ja.
00:05:15: Es gibt gewisse Richtwerte, ne. Zum Beispiel
00:05:18: je nachdem, regionsbedingt, äh, kann es teurer sein, kann es günstiger sein. Du
00:05:22: hattest ja- Richtig.
00:05:23: das Beispiel mit Kassel gesagt. Das ist so ein bisschen der Median, ne, wo es bei
00:05:26: eins... Ja, so als Beispiel. Also ob das jetzt
00:05:29: genau Kassel war. Gut, okay, genau.
00:05:30: Müsste jetzt noch mal bei B, BKI gucken, das ist ja der Anbieter, ne?
00:05:33: Ja, genau, den, der war das. Aber, aber richtig, aber, aber richtig. Du
00:05:36: bist völlig richtig. Es gibt veröffentlichte Datenbanken.
00:05:38: Ja. Es gibt Datenbanken, die man kaufen kann.
00:05:41: Man kann auch für BKI, äh, Datenbanken liefern, ja. Da kriegst du sicherlich mal
00:05:45: einen Obolus oder so was. Ja, also wenn du übers Verkaufen sprichst, da profitieren
00:05:49: dann auch wieder alle davon. Das ist auch super. Es gibt a, auch verschiedene
00:05:53: Anbieter. Also wir wollen jetzt hier keine Werbung machen, äh, das den einen
00:05:56: genannten. Das ist halt, das ist halt der, der so gang und gäbe ist. Aber da gibt es
00:06:00: auch viele, viele, viele andere, die auch gut sind, die auch spezialisiert sind,
00:06:03: die auch automatisiert sind mit einer Software. Und-... Genau!
00:06:07: Okay. Regionalfaktoren, dann gab es noch
00:06:09: Zeitfaktoren, ne? Was waren noch mal die Zeitfaktoren?
00:06:11: Zeitfaktoren, natürlich, gibt es auch, ne. Also das heißt, du kannst erkennen in den
00:06:14: Datenbanken, wie viel eine Tätigkeit, eine Dienstleistung kostet, ne.
00:06:17: Beispielsweise, äh, ja, ein Dachdecker wahrscheinlich dann irgendwie null Komma
00:06:22: zwei
00:06:23: oder ein Zwanzigstel oder wie war das? Ein Zwanzigstel Stunde
00:06:28: pro Quadratmeter. Ach so, du meinst, die, das sind die
00:06:30: Zeitfaktoren für die Planung? Genau, also da könnt ihr quasi einen Zeitwert, das ist
00:06:34: dann nachher der Zeitwert, auf die Einheit. Also wenn die Einheit jetzt
00:06:38: Quadratmeter ist, dann können Datenbanken angeben, wie lange dauert die Montage von
00:06:44: diesem Gewerk pro Quadratmeter. Und dann kann man das natürlich auf die
00:06:47: Quadratmeter und Personalsahl hochrechnen. Äh, genau, aber dann gab es noch einen
00:06:51: anderen Zeitwert. Sag den noch mal! Genau, ich würde sagen, da schaut am
00:06:53: besten noch mal in das Modul von vorher rein, weil da bekommt ihr noch mal alles
00:06:56: mit, wer es noch nicht gesehen hat. Ah, sneaky, sneaky.
00:06:58: Genau, richtig. Nein, also es gibt auf jeden Fall die
00:06:59: Jahres-, also die Baupreissteigerung über die Jahre, wo wir dann überhaupt mit
00:07:03: Prozenten arbeiten können. Und da gibt es auch veröffentlichte, äh, Datenbanken, wie
00:07:06: viel Prozent dann laut Statistik dann auch, äh, wir an Baupreissteigerungen in
00:07:10: den letzten Jahren hatten. Und da war ja auch meine Empfehlung: Schaut, äh, dass
00:07:14: ihr da
00:07:15: mit dem Team gemeinschaftlich dann auch was festlegt, also ein, ein, ein Wert,
00:07:20: damit alle da mitziehen, an einem Strang ziehen und nicht nachher alle mit dem
00:07:23: Finger auf eine Person zeigen, wenn dann irgendwo nachher ein Prozent zu wenig in
00:07:27: der Datenbank angegeben war, ne. Aber heute sprechen wir über?
00:07:31: Weitere Faktoren. Weitere.
00:07:32: Und zwar Einflussfaktoren, die auch deinen Preis beeinflussen können. Also das war
00:07:38: auch jetzt ein Thema, deswegen wollte ich gerade diesen Link so machen.
00:07:40: Mhm. Warum haben wir denn über die Jahre
00:07:43: verschiedene Faktoren? Du hattest ja dann gesagt, die Inflation hat Einfluss auf die
00:07:46: Baupreissteigerung. Das ist richtig und es gibt halt noch viele, viele, viele mehr
00:07:50: Einflussfaktoren. Und da möchte ich einmal grob und kurz drauf eingehen, dass
00:07:55: man so ein bisschen ein Feeling dafür bekommt, ein bisschen so die Gedanken
00:07:57: anregt, ja, und ein bisschen auch merkt so: Hey, wie umfangreich, wie bunt ist
00:08:01: denn diese ganze Arbeit? Ja, wie, wie interessant ist denn das? Und wo kann ich
00:08:04: wieder Detektiv spielen? Wo kann ich wieder Mathematik und, äh, ich ma-- ich
00:08:07: sage immer so ein bisschen die DJ-Regler so drehen, ne, an, an, an meiner Kosten-,
00:08:12: äh, Datenbank und so. Man muss dazu erwähnen, dass du früher DJ
00:08:14: warst, ne? Ja, ja.
00:08:15: Vielleicht ist genau richtig, ja, dann in einem anderen Leben.
00:08:17: Äh, nee, nee, in meiner Jugend, ja, tatsächlich, habe ich mein ganzes Studium
00:08:21: mit finanziert. Also auch professionell
00:08:23: und
00:08:24: ich war immer nüchtern. Also ich hatte ohne Alkohol und Drogen sowieso nicht, ja.
00:08:29: Gut, Einflussfaktoren. Also was für Einflussfaktoren haben denn Wert oder,
00:08:33: oder beeinflussen diesen, diesen, diesen Baukostensteigerungswert? Ne, und da, äh,
00:08:38: ist grundsätzlich mal eins der prominenten Themen ist, äh, die Marktsituation, ja.
00:08:42: Mhm. Also wie groß ist die Nachfrage, ja? Äh,
00:08:45: wird gerade viel gebaut, wird gerade wenig gebaut? Wo die, wo die Finanzierung, also
00:08:50: die, die, ähm, Zinsen für die Finanzierung von Eigenheimen hochgegangen
00:08:55: sind, also gestiegen sind, sind natürlich die, der Wohnungsbaumarkt ist natürlich
00:08:59: dann runtergegangen, weil einfach weniger Privatleute, äh, ein Eigenheim oder eine
00:09:03: Wohnung finanziert haben. Und, äh, dann hat sich da natürlich der Markt, wo viele
00:09:08: natürlich auch spezialisiert waren, der hat sich natürlich so ein bisschen
00:09:11: aufgelöst. Dazu kann man sagen, äh, Bauträger haben komplett gar nicht mehr
00:09:15: das Bauträgergeschäft betreut, sondern sind dann auf Energieberater umgestiegen
00:09:19: oder so was, ja. Ähm, und natürlich auch Handwerker, die, die, die dann diese
00:09:23: Bauträger als Hauptauftraggeber hatten, die haben natürlich dann neue Quellen
00:09:26: gesucht für Aufträge, ne. So, und was machst du, wenn du, wenn du unbedingt
00:09:30: Aufträge brauchst? Dann gehst du natürlich auch mal unter deinen Preis. Hauptsache,
00:09:35: du hast
00:09:36: eine Auftragssicherheit. Mhm.
00:09:38: Ja, und das ist so dieses Nachfrageprinzip
00:09:41: und wir haben das ganz stark gespürt in dieser Zeit, wo dieser Wohnungsbaumarkt
00:09:45: nachgelassen hat. Dann war ein ganz starker Drang, in, in die, in, in die
00:09:49: industriellen oder gewerblichen Bauten. Über welche Zeit sprechen wir da? Wann war
00:09:53: das? Die letzten fünf Jahre so, ne. Also hat
00:09:55: sich das so, hat sich das so entwickelt ab der Pandemie. Dann nach der Pan-- also
00:09:59: Pandemie war eher noch ein anderes Thema, kommen wir gleich drauf. Oder halt auch
00:10:02: Materialverfügbarkeit und Personalverfügbarkeit und so weiter.
00:10:06: Krieg, Russland, Ukraine-Thematik ist auch, ist auch was, was man spürt, ja.
00:10:10: Ähm, es werden auch einfach Verfügbarkeiten von Materialien, merkt man
00:10:13: einfach, die werden vom Markt genommen, ja. Also die, die sind nicht mehr so
00:10:16: verfügbar, die Materialien. Und ja, äh, dafür gibt es dann natürlich wieder
00:10:20: Nachfrage in der Rüstungsindustrie und so, ja. Also da ist sehr viel Bewegung drin,
00:10:26: da ist sehr viel Musik drin und man, und es tut gut, das Ganze zu beobachten. Es
00:10:29: tut gut, das Ganze... Also ich bin ja jemand, ich mache ja Nachrichtenfasten,
00:10:33: ähm, aber ich hole mir meine Quellen über Leute, die wirklich in der Wirtschaft
00:10:38: aktiv sind, wie Geschäftsführer, Unternehmensinhaber, Führungspositionen,
00:10:42: Einkäufer, Kalkulatoren von, von Firmen. Und, und mit solchen Leuten unterhalte ich
00:10:47: mich gerne, tausche mich auch gerne aus, weil ich einfach dadurch ein Gefühl
00:10:51: kriege: Hey, was geht gerade auf dem Markt? Und die Jungs, die machen sich ganz
00:10:55: genau ein Bild vom Markt, von der Marktsituation und, äh, ich hole mir da
00:10:59: dann den Konsens. So, weil gut, einmal A, ich habe nicht die Zeit, ja, äh, in, und
00:11:04: die, und für mich sind die, die Quellen der Nachrichten und so weiter, sind für
00:11:07: mich nicht die richtigen Quellen. Wenn da Politik gemacht wird oder so was, das, da,
00:11:11: da
00:11:12: bin ich nicht der Richtige für. Ich hab- Wie jeder Zeitungen.
00:11:16: Ich habe seit zwanzig Jahren kein Fernseher und, äh, Zeitungen und so
00:11:18: weiter. Stimmt.
00:11:19: Also ich mache da wirklich Fasten. Ich, ich gucke, dass ich auf meiner Arbeit
00:11:22: bleibe und dass ich auch für mich spezifisch, äh, da meine Quellen auch, äh,
00:11:27: fit halte, so ne. Okay.
00:11:28: Also und das tut auch gut. Also auch das als Empfehlung: Macht das auch so, ja.
00:11:32: Also wenn ihr einen Kalkulator kennt, einen Einkäufer kennt, Geschäftsführer
00:11:35: kennt, tauscht euch über diese Themen mit denen aus. Und die machen das gerne, weil
00:11:38: die auch da ein hohes Interesse dran haben, äh, auch da einen Austausch, äh, zu
00:11:43: haben. Ja, also das ist ein unheimlich wichtiges Thema, so ja, weil das hängt
00:11:47: davon ab, zu welchem Preis gibst du ein für ein Angebot, ja?
00:11:50: Mhm. Und also, wie gesagt, kurz gefasst:
00:11:53: Marktsituation hat einfach, pro, also ist das prominenteste Beispiel, was sich auf
00:11:58: deine Baupreise auswirken kann. Und dann gibt es den Standort. Der Standort,
00:12:05: äh, im Makro sowohl als auch im Mikro, äh, in der Mikrobetrachtung, so wie es jetzt
00:12:11: zum Beispiel jemand macht, der eine Immobilie bewertet, der kann auch für
00:12:14: deinen Einkauf ein Thema sein....Ganz grob, Beispiel Makro: Bist du irgendwo in
00:12:20: Rügen oder so, musst du mit der Fähre das ganze Material dahin schiffen oder mit dem
00:12:24: Zug, ja, oder sonst wie. Oder bist du an einer logistisch gut gelegenen Stelle, wie
00:12:29: in Baden-Württemberg, haben wir so einige gut gelegene Stellen, äh, Karlsruhe oder
00:12:33: so, wo wir viele Unsch-Umschlagplätze haben, von der Bahn oder Schiff oder
00:12:37: Flughafen, dann hast du natürlich eine viel bessere Verfügbarkeit, ne. Lustiges
00:12:41: Beispiel: Betonagen haben, oh, wann waren das? Vor zwei Jahren, meine ich. Letztes
00:12:48: Jahr, aber ich glaube, da ist ja verregnet, dieses verregnete Jahr und
00:12:50: davor, davor die zwei Jahre hatten wir so unheimlich trockene Jahre. Wir hatten dann
00:12:55: im Hochsommer durch die Trockenheit Probleme mit den Betonagen. Warum? Weil
00:13:00: der Sand für die Betonagen nicht angeliefert oder der Kies nicht
00:13:03: angeliefert werden konnte, weil in dem Rhein so wenig Wasser geflossen ist, dass
00:13:08: die Boote nicht- Kam durch.
00:13:09: bis zum Umschlagplatz gekommen sind, so. Und das hat natürlich dann auch mit einem
00:13:13: Standort zu tun, so, ja. Andersrum hatten wir mal in Heilbronn eine Baustelle, eine
00:13:17: Großbaustelle. Wir haben mal kalkuliert, wenn wir alle auf einmal den, die ganze
00:13:22: Erde, die wir abgetragen haben, alles auf einmal in Lkws tun würden und, äh, äh, in
00:13:27: eine Reihe stellen würden, dann würde, dann würden die Lkws einen Stau von
00:13:31: Heilbronn bis nach Stuttgart verursachen. Das wären etwa around about knapp fünfzig
00:13:35: Kilometer oder so was, ne. Und da muss man sich das mal so
00:13:39: einfach vorstellen. Ich mache das sehr gerne, solche Beispiele. Ja, und, und ich
00:13:42: empfehle euch auch, das zu tun, weil, ähm, genau damit kriegt ihr ein Feeling für,
00:13:47: für das, was ihr da tut.
00:13:50: Weil sonst sind das nur Zahlen in der Excel-Tabelle. Aber wenn ihr das mal
00:13:53: dann... Ihr, ihr könnt ja sofort googeln, wie viel passt, wie viel Kubik passt in so
00:13:56: einen Lkw rein oder wie viel Tonnen, ne? Äh, und das mal einfach hochrechnen und
00:14:00: dann kriegt ihr da ein Feeling für und dann sagt ihr: "Mensch, wie kommt denn
00:14:02: dieses ganze Material
00:14:04: weg von der Baustelle oder zu der Baustelle hin? Und wo wird denn das
00:14:07: entsorgt?" Ja, wir haben eine Wärmedämmverbundsystem, also Dämmung, äh,
00:14:11: und relativ neu, also war eine dicke Dämmung. Haben wir von einem, von einem
00:14:15: Hochhaus abgetragen und dann haben wir eine Deponie gesucht, die das annimmt.
00:14:20: Ja, und- Eine gefunden?
00:14:22: Also, das, das Material lag wochenlang bei uns im Hof, also bei, äh, bei der
00:14:26: Baustelle im Hof, weil es zu der Zeit hatte, gab es eine Gebühr, die erhoben
00:14:31: wurde für irgendwie so, so EPS-Dämmung, Entsorgung oder was
00:14:34: und oder XPS, oder was es gerade, was es war. Es war schon Schaum, äh, Schaum, äh,
00:14:39: Dämmung
00:14:40: und in der Zeit hat es nur eine Deponie in ganz Deutschland angenommen.
00:14:44: So, und dann musst du überlegen: Wie kriegst du das ganze Material dahin und
00:14:47: so, ne? Also das kostet ja auch wieder Geld. Und das sind alles so Themen
00:14:50: gewesen. Beim Nachbarn reinschmeißen, ganz ehrlich.
00:14:53: Nicht in den Neckar schmeißen.
00:14:55: Nee. Nein.
00:14:56: Baugefühle. Und das sind alles Themen, die deinen
00:14:59: Makrostandort be-beeinflussen und natürlich auch deine Kosten beeinflussen
00:15:03: können.
00:15:04: Also das auch sehr sensibel betrachten. Also wenn man da jetzt mit irgendwelchen
00:15:08: komischen Herleitungen kommt, dann denkt sich auch jeder Auftraggeber: "Jo, was ist
00:15:11: mit dem Brixner los, ne?" So. Aber wenn du mit plausiblen Darstellungen kommst,
00:15:16: das bleibt doch in den Köpfen hängen. Also auch wieder hier Empfehlung: Du bist ja
00:15:19: auch visuell arbeitend, ne. Äh, Empfehlung, wenn man was präsentiert, wenn
00:15:22: man Content kreiert, ja, wenn man irgendwelche Beispiele nennt, dann hau da
00:15:27: solche Beispiele rein. Wie viel Lkws wären das in einem Stau oder so was, ja?
00:15:30: Man kann es gut- So was bleibt hängen, so was hookt.
00:15:33: Ja. Und das ist halt echt, äh, also auch wenn
00:15:35: du dann, äh, vor Auftraggebern präsentierst oder so, oder auch für dich
00:15:38: selber was bewusst machen willst oder im Team auch wieder das gleiche Ziel
00:15:42: erreichen willst, ja, dann, dann, dann mach so was im Team. Dann haben alle das
00:15:46: gleiche Bild vor Augen. Wenn du jetzt sagst, fünfzig Tonnen Erde,
00:15:50: wie viel ist das für dich? Sag mal. Fünfzig Tonnen. Also es passt nicht bei
00:15:54: uns im Haus rein, glaube ich. Äh... Okay, können wir abbrechen. Also für den
00:15:58: einen ist das so ein Häufchen und für den anderen ist das so ein Berg.
00:16:01: Ja. Verstehst du?
00:16:02: Ja. Und wenn du da ein Bild zu machst, dann
00:16:04: haben alle beide de, de, äh, den analogen Blick da drauf, ja. Also so, und dann, und
00:16:08: schon sind die beide wieder gleich in der Spur, haben das gleiche Ziel. Verstehst
00:16:11: du? Und das ist ganz wichtig, dass ihr das macht. So, und das nächste ist dieser
00:16:16: Mikrostandort. Was kann da ein Thema sein? Hast du da eine Idee zu? Jetzt habe ich
00:16:19: dir ein Makrostandort, äh, Beispiel gebracht. Was kann beim Mikrostandort so
00:16:23: eine Beeinflussung sein auf deinen, auf deinen-
00:16:25: Mikrostandort? Deine Mikrostandort.
00:16:27: Nur kurz ein Beispiel: Was wären Mikrostandorte?
00:16:29: Ja, Makro ist ja so die, die Großbetrachtung auf deinem Standort.
00:16:31: Ja, ja klar. Und Mikro dann die Feinbetrachtung.
00:16:33: Dass du wirklich ganz nah rangehst und dann, okay, bei Makro hattest du ja das
00:16:36: Beispiel mit dem Sand gegeben, richtig? Oder Entsorgung von-
00:16:38: Ja, halt so Transporte, ne. Transporte.
00:16:40: Wie lange muss ich antransportieren? Wie komme ich da hin?
00:16:43: Mikro wäre vielleicht irgendwie so versteckte Kosten, die man vielleicht gar
00:16:46: nicht so sehen würde zuerst, wie zum Beispiel Steuern. Keine Ahnung.
00:16:50: Nee, nee. Nee.
00:16:52: Nee, nee, das hat, das hat ja mit dem Standort nichts zu tun.
00:16:53: Okay, ja, stimmt. Ja, gut, aber Steuern könnte auch mit dem
00:16:56: Standort zu tun haben. Ja, könnte auch, ja. Aber ich, ich meine eher so Themen
00:17:00: wie: Äh, jetzt stell dir mal vor, du bist in der Innenstadt.
00:17:03: Mhm. So, da musst du natürlich ganz anders
00:17:06: kalkulieren, was deinen Materialtransport betrifft. Du kannst nicht drei Lkws, äh,
00:17:11: was weiß ich, fünfzehn Paletten Material anliefern lassen und das vor die Haustür
00:17:14: stellen, weil der Platz ist gar nicht da. Weil du bist ja, du bist ja in der
00:17:17: Innenstadt. Das musst du eigentlich aus Brasilien wissen, ne. Da ist ja kein Platz
00:17:21: drumrum mehr. Also, das heißt, du musst wieder Sonderlösungen schaffen. Du musst
00:17:24: Nachbargrundstücke anmieten für so was oder du, du musst, äh,
00:17:27: Baustelleneinrichtungen irgendwo mit Sonderkonstruktionen, mit Containerburgen
00:17:30: und so weiter musst du erstellen. Kostet dich alles extra Geld, wie wenn du auf
00:17:34: einer, äh, grünen Wiese wärst, ne. Ähm, oder, äh, auch Zufahrt. Also, wie lange
00:17:40: braucht der Unternehmer? Wenn du weißt, die meisten Unternehmer, zum Beispiel
00:17:43: Stuttgart ist so ein Thema, ja. Äh, die meisten Unternehmer kommen von außerhalb
00:17:47: von Stuttgart, also nicht vom Zentrum, haben aber im Zentrum zum Beispiel ein
00:17:49: Projekt. So, die müssen einkalkulieren, jeden Morgen, jeden Abend, was eigentlich
00:17:54: ein Fahrwerk von zwanzig, ein Fahrweg von zwanzig, dreißig Minuten wäre, brauchen
00:17:58: die, brauchen die Mitarbeiter zum Beispiel anderthalb Stunden.
00:18:00: Mhm. Das ist ja auch ein Faktor, den die mit
00:18:02: einkalkulieren. Okay.
00:18:03: Ja? Spannend.
00:18:04: Ähm, und das kann, kann alles auf deinen Standort-... Auswirkungen haben, ja? Ähm,
00:18:10: das sollte man alles beachten, das sollte man alles vielleicht als Risiko und als
00:18:13: Pra- mit 'nem Preisschild belegen so, ne. Ach so, vielleicht eine Sek, eine Sache
00:18:17: noch: Äh, wenn du so einen Produktionsstandort hast, ähm, wo die
00:18:20: Produktion läuft, wo, oder vielleicht wo Hochsicherheits, äh, äh, wo 'ne
00:18:24: Hochsicherheitssektor ist, ja, wo du, wo du einfach komplett überwacht wirst, wo du
00:18:28: nicht einfach so zufahren kannst. Wo jede Anlieferung, jedes Fahrzeug, jeder Mensch
00:18:32: überwacht wird. Beispiel Regierungsgelände oder wie?
00:18:35: Ja, so was oder Produktionsstandorte, ne. So tatsächlich.
00:18:38: Ja. Okay, das war dein Beispiel.
00:18:39: So dann, dann musst du ja auch irgendwie gucken, wie kriegst du denn das Material
00:18:43: dann in diesen Bau rein? Und das Lustige ist immer, Neubauten werden schnell
00:18:46: hochgezogen, dann macht man den Zaun, den Perimeterschutz drum rum
00:18:50: und aber macht sich gar keine Gedanken, wie dann später dann Umbauten stattfinden
00:18:53: sollen. Und dann kommt die große Überraschung. Wenn du jetzt zum Beispiel
00:18:56: ein Projekt hast, wo es, äh, wo umgebaut wird, wo saniert wird, ja dann macht man
00:19:01: sich erst Gedanken und dann: "Oh Mist, wir haben ja alles zugebaut. Wir haben ja gar
00:19:03: keine freien Flächen mehr. Wir können gar keine LKWs hier reinfahren lassen oder,
00:19:07: oder keine Burg, Containerburgen aufstellen. Wie machen wir das?" Und dann
00:19:10: auf einmal gehen die Kosten hoch und hoch und hoch. Du brauchst einen extra Planer
00:19:13: für Baustellenlogistik und so weiter. Und das sind so Themen, früher hat man immer
00:19:17: so eine Kennzahl gehabt. Ich, ich, äh, ich sage immer so vierzig Prozent war das
00:19:20: früher. Das ist dreißig, vierzig Prozent, die du bei Sanierung oder beim, bei Bauen
00:19:24: im Bestand aufgeschlagen hast, so ne. Heute sage ich, äh, Faktor eins Komma acht
00:19:29: bei so was oder mehr, ja. Und das hat schon Auswirkungen, ja. Wenn du dann, wenn
00:19:33: du dann da so einen Faktor draufknallst auf deine Kosten, dann gucken dich alle
00:19:35: mit so großen Augen an. Ja? Und dann haben die am besten ihre eigene Datenbanken von
00:19:39: Neubauten und sagen: "Ja, aber wir haben doch damals so hoch gebaut. Wieso kommst
00:19:42: du denn jetzt hier mit doppelt so viel Kosten?" So, und da musst du natürlich
00:19:45: Argumente haben und deswegen ist es wichtig, dass du über solche
00:19:48: Einflussfaktoren Gedanken machst, ja. Jetzt waren wir gerade beim, beim
00:19:52: Auftraggeber. Vorgaben vom Auftraggeber sind genauso Themen, ja. Also wenn ein
00:19:56: Auftraggeber verlangt vom Projektteam, vom Planungsteam, dass, dass, dass irgendwie
00:20:00: eine super enge Abstimmung, äh, also dass jede Woche irgendwo ein Planungstermin
00:20:05: stattfinden soll und so weiter. Du hast einen viel höheren Aufwand, ja. Du, du
00:20:08: musst eigentlich nur für die Termine, für die Abstimmungen musst du einen
00:20:11: Mitarbeiter abstellen, so ja. Oder auch das Reporting auf der Baustelle oder, oder
00:20:15: das Dokumentieren und so weiter, ja. Also da gibt es viele gewisse Grundsätze. Auch
00:20:19: die Baustelleneinrichtung wieder, ne. Ähm, das sind alles Themen, wenn der, wenn
00:20:23: der, ähm, Bauherr das vorgibt und sagt, er möchte zum Beispiel nur Personen, äh,
00:20:28: haben, die eine spezielle Ausbildung oder ne. Also irgendwelche Vorgaben auch macht
00:20:32: an die Monteure oder so was. Das kann alles Auswirkungen haben auf die Plan, äh,
00:20:36: auf die, auf die Kosten. Mhm.
00:20:37: Ja. Äh, auch die Vorgaben, wa- was die Planung betrifft, ja. Also wenn der
00:20:41: Bauherr ein abgefahrenes Gebäude will, das ist zwar, äh, superschön, das sieht cool
00:20:45: aus, kriegt bestimmt auch irgendeinen super Preis oder so, aber man muss sich
00:20:49: dann auch bewusst sein, dass irgendweliche geschwungenen Formen und so einfach
00:20:53: aufwendiger herzustellen sind, ja, und sich dann damit natürlich auch enorm auf
00:20:58: die Kosten auswirken. Und so was wäre dann auch mit dem Planer zu diskutieren und in
00:21:02: der Vorplanung, in der Variantenbetrachtung, auch, ähm, zu
00:21:06: vergleichen, ne. Kurzes Beispiel hier: Äh, mein Papa, der hat vor, po-- also war
00:21:11: einer der ersten, äh, Mitarbeiter bei Porsche, ja, und hat da-
00:21:15: Gut. -Rennwagendesign, äh, äh, gelernt
00:21:18: und oder Sportwagendesign. Und
00:21:20: der hatte mir erzählt, die haben dann so, die haben dann die ganze Woche an
00:21:23: irgendwelchen Designs gearbeitet, an irgendwelchen Prototypen und dann wurden
00:21:26: die alle auf so, so Ständern aufgestellt, so in 'ner Halle und dann kamen, kamen die
00:21:30: Designchefs rein und dann ist man so durchgelaufen und da, er sagt, das waren
00:21:34: so schöne Designs dabei. Und er sagt: "So ziemlich immer hat das Langwei-
00:21:40: langweiligste oder schlichteste Design, hat, hat dann das Okay bekommen, dass
00:21:45: daran weitergearbeitet wurde." Warum? Weil es vielleicht auch wirtschaftlich war,
00:21:49: ja. Mhm.
00:21:49: Also auch eine Firma wie Porsche muss auch wirtschaftlich denken und es ist ein
00:21:53: langer Zeitraum an Entwicklung auf Entwicklung, auf Entwicklung, bis man
00:21:57: wirklich auch
00:21:58: diese abgespacten Formen auch wirtschaftlich erschwinglich sind und so
00:22:01: weiter. Und von daher, das kriegen wir im, in, in, im Bau gar nicht so
00:22:05: hundertprozentig hin. Ähm, außer wir wollen das explizit, ja. Weil du einfach
00:22:09: im Bau, du baust immer einen Prototyp und so ein Porsche, da verwendest du wieder
00:22:14: Teile, überarbeitest die und so weiter, ne. Also du hast eine neue
00:22:17: Produktionsreihe. Wenn du mal guckst, guckst die ersten Neunelfer und die
00:22:21: heutigen Neunelfer, ja, so die vergleichst, wie die sich über die
00:22:24: Jahrzehnte entwickelt haben, ne. So. Ich war tatsächlich im Porsche Museum, da
00:22:27: habe ich das gesehen. Ja? Okay, sehr cool. Also das sind auch
00:22:29: einige- Kann ich auch empfehlen.
00:22:31: An, an einigen von den Werken hat, hat auch da, äh, da
00:22:34: mein Vater die Hand angelegt, ne. Und auch heute noch, ne, in, in seinem Ruhestand
00:22:38: macht er trotzdem da immer wieder noch was für, fürs Porsche Museum. Und ja, also
00:22:42: von daher, das habe ich damals so als Kind einfach mit aufgenommen so und das sehe
00:22:46: ich heute noch so. Und ist halt beim Bauen ist halt das Interessante, dass du immer
00:22:50: diesen einen Prototyp baust. Ja? So, und von daher musst du schon in der Planung so
00:22:55: viel vorausdenken, dass das dann auch in der Umsetzung passt, ne. Gut, Vorgaben AG.
00:23:01: Dann haben wir, äh, eine Ausgangslage. Was für eine Ausgangslage hat denn das
00:23:05: ganze Projekt? Ja, also es könnte zum Beispiel sein, so wie ich es vorhin
00:23:08: erwähnt habe, dass wir Bauen im Bestand haben. Das heißt, wir haben ein
00:23:13: bestehendes Gebäude und wollen das umbauen. Das wäre eine Ausgangslage so.
00:23:16: Und die Ausgangslage wäre, dass wir drumherum keinen Platz haben. Die
00:23:19: Ausgangslage wäre, dass wir vielleicht einen, schon ein Planerteam haben und wir
00:23:26: müssen-- und du steigst da mittendrin ein, ja. Oder Ausgangslage war mal, dass wir
00:23:31: viele kleine Umbauprojekte zu einem großen Umbauprojekt, äh, zusammengefasst haben,
00:23:36: so. Da hast du natürlich einen extrem logistischen Aufwand, ja. Also
00:23:40: kommunikativ logistischen Aufwand, organisatorisch. Da musst du natürlich
00:23:44: gucken, wenn du jetzt, äh, zehn Projekte hast und zehn verschiedene Planungsteams
00:23:48: hast, dann kannst du gar nicht jede Woche eine Planungsbesprechung machen, weil du
00:23:52: hast so viel Tage hast du gar nicht, ja. Und das sind so Themen: Ausgangslage. Also
00:23:57: wo komme ich her? Bin ich auf der grünen Wiese oder welche Vorgaben habe ich? Du
00:24:00: erinnerst dich, Projektentwicklung, diese drei Säulen: Grundstück, Kapital und
00:24:04: Nutzung, ne. Und dann gibt es dann drumrum noch so dann diese Sphäre, Ausgangslage.
00:24:09: Wo stehen diese drei Säulen, ne?... in welcher Region, in welcher klimatischen
00:24:13: Zone, in welcher Zeit, ja? Also wirklich, in welcher Zeit auch wirtschaftlich, ähm,
00:24:18: oder auch was Frieden und Krieg und so weiter betrifft, Verfügbarkeit von
00:24:21: Materialien und so weiter, ne. Also von daher, Ausgangslage unheimlich wichtig.
00:24:25: Kann sich in alle Richtungen auf deine Bau- und Planungskosten, ähm, auswirken.
00:24:30: Natürlich auch Fachkräfte, ähm, Fachkräfteverfügbarkeit und so weiter, ne.
00:24:34: Auch so ein Thema, ne. Oder ist irgendwo gerade eine Branche
00:24:37: down gegangen und, äh, die Leute aus der Branche suchen einfach jetzt in anderen
00:24:41: Branchen Aufträge und dann, und dann kannst du wieder günstig einkaufen, ne.
00:24:44: Also da kannst du auch-- es geht nicht wirklich immer teurer, sondern wir haben
00:24:48: auch gelernt, dass es auch mal günstiger gehen kann, ne. Ähm,
00:24:51: und von daher ist es immer wichtig, sich da aktiv mit auseinanderzusetzen und auch
00:24:55: diesen Austausch dann auch mit, mit anderen Kollegen auch zu haben, ne. Das
00:24:58: ist ganz wichtig. Deswegen auch hier wieder wichtig: Leute, denkt dran,
00:25:02: Community für uns ein wichtiges Anliegen. Wir sollten alle im Community denken,
00:25:06: unser Mindset, äh, positionieren und jeder, der was einbringt, der kriegt das
00:25:10: auch immer wieder zurück. Das ist so meine Haltung und wir sind auch so geprägt,
00:25:13: dass wir immer mehr liefern wollen, wie wir, wie, wie man von uns erwartet. Also
00:25:18: wir versuchen das immer und, ja, wir freuen uns da immer, wenn wir dann
00:25:21: positives Feedback bekommen. Ja, Clemens, äh, was haben wir sonst noch
00:25:25: für Themen? Gibt's noch etwas, was, äh, in dieses Modul reinpasst, oder?
00:25:29: Ja, also das Thema Einflussfaktoren. Da haben wir schon noch drei Themen, würde
00:25:33: ich sagen. Und zwar, was von der Planung a-ausgeht. Also einmal die Planung an
00:25:38: sich, dann die Vergabe- Mhm.
00:25:40: und, äh, die Ausführung, ja. Also, das sind so, das sind auch noch mal so, so
00:25:45: Phasen, Projektphasen, wo du immer wieder noch
00:25:48: Kostenveränderungen wahrnehmen kannst, so, ne. Wir hatten ja mal bei diesen, bei
00:25:53: diesen verschiedenen Kostenstufen, also Kostenschätzung, Kostenrahmen und, und bis
00:25:57: zum Kostenfeststellung, habe ich ja diesen Trichter erklärt, dass wir oben
00:26:00: beim Kostenrahmen die vierzig Prozent haben und bei der Kostenfeststellung die
00:26:03: Spitze dann null Prozent haben. Weil bei der Kostenfeststellung gibt's keinen
00:26:07: Nachtrag mehr oder keinen, keine Veränderung mehr, sondern da ist das, das
00:26:11: Fixum schlussgerechnet, ne. Dazwischen hast du aber ja zehn, zwanzig, dreißig
00:26:14: Prozentstufen, so, ne. Das heißt, du hast immer ein bisschen Ausschlag, ähm, in, ins
00:26:19: Plus oder ins Minus, ja. So, und das hat halt verschiedene Einflussfaktoren und da
00:26:23: waren wir ja bei den Einflussfaktoren. Und die Planung an sich als Einflussfaktor
00:26:30: ist halt einfach-- ich habe ja vorhin gesagt, zu dir, ne, äh, so, so abgespacte
00:26:34: Designs oder eher, eher geradlinige Designs und so weiter. Also das Design an
00:26:38: sich, äh, kann Einflussfaktor haben auf deine Kosten. Von daher auch da einmal
00:26:42: hinterfragen. Auch da schon bei der Auswahl vom Planer drauf achten, ja. Viele
00:26:47: Planer identifizieren sich ja mit einem Stil, ja? Ähm, und auch da kann ich nur
00:26:52: empfehlen: Leute, wenn ihr eurem Auftraggeber oder ihr selber als
00:26:57: Auftraggeber ein Planerteam zusammenstellt, dann macht einen
00:27:01: Kennenlernprozess, ja. Teilweise wird das Beauty Contest genannt oder wie auch immer
00:27:05: man das auch nett nennen mag. Macht einen Kennenlernprozess. Sucht euch nach
00:27:10: verschiedenen Faktoren, wie zum Beispiel auch die Stilistik, einen Planer heraus,
00:27:16: ja? Und bei Stilistik meine ich auch einen TGA-Planer, also eine, einer, der
00:27:21: technische Gebäudeausstattung, also Lüftung oder was, plant. Auch der hat eine
00:27:24: Stilistik, ja. Lasst euch die Arbeiten zeigen von denen, ja? Lasst, lasst euch
00:27:30: Einblicke geben, äh, in ihre Arbeit. Lasst euch Einblicke geben in die Teams. Was
00:27:35: für Leute sind da drin, ja? Sind da pragmatisch geprägte Leute drin? Wie sind
00:27:38: die Chefs drauf, ja? Wollen die nur abzocken oder sind das, sind das einfach
00:27:42: Macher, ja? Ähm, wollen, wollen die-- haben die Starallüren, ja? Wollen die nur
00:27:48: irgendwelche schönen Bilder erzeugen, damit sie das nächste Projekt bewerben
00:27:51: können? Oder wollen die auch wirklich für den
00:27:54: Auftraggeber
00:27:56: das passende Gebäude erschaffen, so, ja? Gemeinsam, ja. Sind es, sind es
00:28:00: Einzelkämpfer, ja? Also haben auch ganz viele, die s, die sich dann immer größer
00:28:04: darstellen und dann nachher mit der Kapazität nicht klarkommen. Und dann
00:28:07: wird's teuer, weil du dann einfach entweder einen neuen Planer suchen musst
00:28:10: oder den unterstützen musst. Also wir haben's auch schon gehabt, dass wir
00:28:13: Dienstleister, ähm, zukaufen mussten, um einen Dienstleister zu unterstützen. Vom
00:28:18: Handwerker bis zum Planer, ja? Und das kann alles, kann alles ein Faktor sein.
00:28:24: Wie gesagt, guckt euch Referenzprojekte an, sprecht auch mit Auftraggebern von
00:28:28: Referenzen, ja. Macht euch ein Bild: Wie arbeiten die? Wer ist euer Projektleiter?
00:28:32: Ja, ist auch ganz wichtig. Es kann ein super, super Planungsbüro sein und der
00:28:36: Projektleiter ist einfach shitty. So, ja, also dann muss man einfach sagen: "Nee,
00:28:40: tut mir leid, mit dem Projektleiter nicht. Habt ihr noch jemand anders? Und
00:28:43: ansonsten
00:28:44: vielleicht beim nächsten Mal." So, ja. Baugefühle.
00:28:48: Aber auch selber als Planer
00:28:51: drüber nachdenken, so, ja? Wen setze ich hier eigentlich ein als Projektleiter? Ja,
00:28:54: auch das ist ein Thema, so, ja. Ich weiß, selber als Chef, man muss Verantwortung
00:29:00: abgeben, ja. Man, man, man kann nicht in Perfektionismus, äh, leben und darin
00:29:05: untergehen, ja, sonst, sonst ist man alleine. Man muss mit einem Team arbeiten.
00:29:08: Man muss in Kooperationen arbeiten. Man muss sich auf Kooperationen einlassen und
00:29:11: so weiter. Aber wie gesagt, macht das. Das hat unheimlich viel Auswirkungen auf die
00:29:17: Planungskosten, auf alle möglichen, auch auf Betriebskosten, auch auf die Kosten
00:29:21: vom Bauherrn. Ja, wenn der Bauherr einen Projektleiter angestellt hat, der sich
00:29:25: dann so 'n, ich sag jetzt mal, so 'nen Bullshit kümmern muss, ja? Ja, das kostet
00:29:28: ihn ja auch Geld, ja. In einem Projekt streiten wir uns um einen sechsstelligen,
00:29:32: äh, Betrag, ja, wo der Qualitätssicherer und der Projektleiter vom Auftraggeber
00:29:38: sich nur um so Bullshit Themen kümmern muss, ja. Weil der Dienstleister keine
00:29:42: Kapazitäten hat und nicht richtig funktioniert. Und da kann man sich lange
00:29:45: streiten, bis du das Geld irgendwie dann, ne, erstattet bekommst. Also von daher ist
00:29:49: es besser, du guckst vorher drauf. Und genau, so Planung. Wie kann sich Planung
00:29:53: noch auswirken? Ich bin ein Freund davon, jede Stufe, jede Tätigkeit, also am besten
00:29:58: in jeder Besprechung, wenn's möglich ist, ne, wenn's zeitlich möglich ist, am
00:30:02: besten in jeder Besprechung, wenn der Planer kommt und eine Idee oder ein
00:30:05: Konzept präsentiert, dass man sagt: "Okay, gibt's da auch ein Preisschild zu?" Also,
00:30:09: ne, hier so wie im Supermarkt unten ein Preisschild dranhängen. Was kostet denn
00:30:12: das?... Gibt's da 'ne Alternative zu? Also hier Lüftung führen wir so rum. Okay,
00:30:16: gibt's die Alternative, so rum zu führen? Was ist der Preisunterschied? Dann ist
00:30:19: vielleicht das zehn Euro teurer, bist aber drei Wochen schneller fertig, ja. Also
00:30:24: musst du auch 'n Zeitfaktor dranhängen so, ja. Und da bist du dann im Steuern. Da
00:30:28: bist, erst dann bist du im Steuern, wenn du durch die Planung diese Angaben
00:30:32: bekommst, weil dann kannst du in die richtige Richtung steuern. Dann kannst du
00:30:35: mit deinem Auftraggeber, wenn du selber einer bist oder, äh, beauftragt bist, als,
00:30:39: äh, das zu unterstützen, dann kannst du als Projektsteuerer wirklich deine Arbeit
00:30:44: tätigen. Und dann kannst du nämlich sagen: "Okay, lieber Auftraggeber, wir haben
00:30:47: hier zwei Varianten. Die eine ist 'n bisschen teurer, dafür bist du aber
00:30:49: schneller fertig so." Wenn der schneller vermieten kann, wenn der drei Monate
00:30:53: schneller vermieten kann, ist ja auch geil. Anderes Beispiel: Wir haben, also
00:30:56: Kollegen von mir haben 'n Projekt, zwei Projekte hochgezogen, zwei
00:31:00: Mehrfamilienhäuser gleichzeitig hochgezogen in der Innenstadt. Das eine in
00:31:04: Massivbauweise, das andere in Vollholzbauweise hochgezogen. Die
00:31:10: Vollholzbauweise konnte ja schon in der Fabrik vorgefertigt werden. Die haben die
00:31:14: fertigen Wände hergebracht, zusammengesteckt. Ich glaub, du hast mal
00:31:17: irgendwie Steckhaus gesagt oder so was, ne?
00:31:18: Ja. Ähm, und das andere wurde hochgemauert und
00:31:21: betoniert vor Ort, ja. So, die Vollholz, das Vollholzgebäude, das, das war, war
00:31:28: dreieinhalb Monate früher fertig. Krass, ja.
00:31:31: So, dreieinhalb Monate vorher verkaufen können. Das heißt, du bist, du verkaufst
00:31:36: vor allen anderen Konkurrenten, ja? Das heißt, du hast viel bessere Chancen, dein
00:31:40: Ding zu verkaufen. Drei Monate, äh, vorher vermieten können, ist auch, ist auch 'n
00:31:45: Faktor, ja. Also das musst du ja dann mit deinem-- wenn dein Auftraggeber sagt:
00:31:49: "Nee, nee, ich hab, ich mach das für mich selber", oder ne, so.
00:31:52: Du musst einfach klären, was ist das Ziel von deinem Projekt, ja? Und du musst dann
00:31:57: zum Ziel hinsteuern
00:31:59: und die Planung muss-- du musst die Planung dahin steuern, dass du das Ziel
00:32:04: erreichst, mit den Faktoren, mit den Vorgaben, die der Auftraggeber macht. Und
00:32:08: deswegen kann 'ne falsche Planung oder 'ne abweichende Planung, dich viel Geld
00:32:13: kosten, ja? Und, äh, die zieht sich dann bis zu den nächsten Themen, wo ich jetzt,
00:32:18: äh, äh, 'ne Brücke bauen will: Vergabe und Ausführung. Bei der Vergabe: wie gut ist
00:32:25: geplant? Wie gut ist ausgeschrieben? Wie gut kannst du vergeben, ja? Hat, da gibt's
00:32:30: eigene Interpretationen, da gibt's eigene Philosophien zu, ja. Wie du 'n LV
00:32:35: aufstellst, ja, wie du, wie du aus der Planung 'n LV bastelst, ja. Was, was du
00:32:38: zwischen den Zeilen liest. Teilweise gibt es, äh, Handwerksunternehmen, also Bieter,
00:32:44: die lesen schon in, im LV lesen die schon Planungsfehler. Und wissen genau, durch
00:32:51: diese Planungsfehler, wenn du so 'n zehnseitiges LV, 'n Auftrag von fünf
00:32:55: Millionen oder drei Millionen hast, ja, dann wissen die genau, bei den drei
00:32:58: Millionen, da stecken noch mal fünfzehn Prozent versteckte Planungsfehler drin,
00:33:03: ja. Die kann ich nachher alle geltend machen, ja. Dafür krieg ich Kohle als
00:33:07: Nachtrag. So, dann weiß der genau, wie er seinen Abschlag machen muss. So, und dann,
00:33:12: und dann wundern sich alle, wenn dann 'n Bieter, der als Günstigster abgibt
00:33:18: und nachher aber mit den ganzen Nachträgen durchkommt und eigentlich der Teuerste
00:33:21: dann ist, ja. So, und also anderes Beispiel: Kindergarten bei uns hier in der
00:33:26: Nähe, wurde kalkuliert mit eins Komma fünf Millionen. Also
00:33:30: wir sind da außen vor gewesen, aber 'n bekannter, bekannter, großer
00:33:34: Projektsteuerer war da dabei und man munkelt auch, dass der da so seine
00:33:37: Geschäfte gemacht hat, weil es schon sehr merkwürdig war. Dieser Kindergarten wurde
00:33:42: für eins Komma fünf kalkuliert, im Gemeinderatsausschuss
00:33:46: freigegeben und wurde nachher schlussgerechnet als Kostenfeststellung
00:33:49: bei drei, über drei Millionen. So, und da, und da, wie kommt man ...? Also auf 'ner
00:33:54: grünen Wiese! Hat halt überhaupt keine, ne? Also wie, wie, was ist da passiert in
00:33:59: der Planung? Ich hätt da gern mal Mäuschen gespielt, aber ich kann's nicht sagen.
00:34:02: Aber ich frag mich: Was ist da passiert? Ist, ist der Projektsteuerer schuld? Ist
00:34:06: der Auftraggeber schuld? Ist der Planer schuld oder was, ne, am Ende des Tages,
00:34:10: was da dann quasi, äh, äh, zu dieser Kostensteigerung geführt hat, ne? Also wie
00:34:14: gesagt, Vergabe und auch bei der Vergabe, Auswahl der Bieter, also die Qualität der
00:34:20: Bieter. In der Schweiz wird es gern so gemacht: den Günstigsten und den Teuersten
00:34:25: schmeißt man raus und die, die in der Mitte, das Mittelfeld, einen von denen
00:34:29: nimmt man. In Deutschla-- also ich erleb's leider grad sehr viel, dass immer der
00:34:34: Günstigste zieht. Viele Auftraggeber, die öfter bauen, gehen schon von dem Prinzip
00:34:40: weg, den Günstigsten zu beauftragen. Also auch da noch mal drüber nachdenken, ja:
00:34:44: Wenn ich 'ne Vergabe mach, muss ich den Günstigsten nehmen? 'Ne ordentlich
00:34:48: aufgestellte Vergabe, also 'ne ordentliche Vorbereitung von 'nem
00:34:51: Leistungsverzeichnis, 'ne ordentliche Submission,
00:34:55: äh, 'ne gleichberechtigte, äh, Angebotsprozedere. Das heißt, jeder hat
00:34:58: gleich viel Zeit, jeder hat einfach die gleichen Grundlagen. Äh, vielleicht auch
00:35:02: 'ne Rückfragerunde machen. Die Fragen, die gestellt werden, auch an alle anderen
00:35:06: Bieter verteilen, ja. Da geht's mehr um Vergleichbarkeit von den Angeboten, ja.
00:35:10: Dass du wirklich sagen kannst: Ist der wirklich der Günstigste, ja? Wenn der
00:35:13: irgendwelche Informationen nicht hatte, die der andere hatte, so, dann hast du gar
00:35:16: keinen Vergleich mehr. Deswegen müssen alle den gleichen Vergleich haben. Das
00:35:19: gehört alles in 'ne Vergabe rein, so, ne. Dann Submission, das heißt, am Donnerstag
00:35:23: um fünfzehn Uhr, den 15. Oktober, ja, da liegt, äh, liegen alle Angebote bitte bei
00:35:29: uns aufm Tisch. Ausgedruckt, nicht per E-Mail geschickt oder so was, ja. Sondern
00:35:33: in 'nem verschlossenen Kuvert bei uns aufm Tisch, bei der Sekretärin abgegeben oder
00:35:37: so was, ja. Die das wirklich auch abstempeln kann und so weiter.
00:35:40: Protokollieren kann. Wir machen da immer Submissionsprotokoll und so weiter. Dann
00:35:43: wird gemeinsam, werden die Protokolle geöffnet, ja. Dann werden die Protokolle
00:35:48: ausgewertet. 'Ne ordentliche Auswertung, ähm, Ausreißer erkennen, ja, mit dem
00:35:54: Planer zusammen bewerten. Ähm, dann in 'n technisches Bietergespräch gehen, also
00:35:58: über technische Themen sprechen: "Hast, hast du, lieber Bieter, verstanden, was
00:36:02: ich technisch von dir will?" Ja, diesen Austausch führen. Unheimlich wichtig,
00:36:07: diesen Austausch auch wieder an die anderen Bieter bringen, dass auch die die
00:36:10: Möglichkeit haben, ihr Angebot wieder nachzuarbeiten, ja? Und-... Wenn man dann
00:36:14: das gemeinsame Gefühl hat, okay, jetzt sind alle wieder auf dem gleichen Stand.
00:36:17: Sie haben noch mal ihr Angebot überarbeitet nach dem technischen
00:36:20: Verständnis, ja, weil man hat sich ja vorher nicht kennengelernt. Dann, äh, in
00:36:26: die kaufmännische Vergabe gehen und dann auch da noch mal ordentlich zu verhandeln,
00:36:29: ja? Ordentlich verhandeln, also meine ich, also ich meine auch mit ordentlich
00:36:34: verhandeln, fair verhandeln. Es bringt nichts, wenn du jemanden runterbutterst.
00:36:38: Äh, also es gibt, es gibt Einkäufer, die haben die Methode: Ja, der hat hier für
00:36:42: drei Mark fünfzig angeboten. Wieso machst du für fünf Mark fünfzig? Und dann sagen
00:36:46: die: "Okay, wir machen's für drei Mark vierundvierzig." So, und vielleicht ist es
00:36:50: sogar, sogar gelogen, ne. Ja, so und dann, und, und, und im nächsten Jahr
00:36:54: wundert er sich, dass der Bieter gar nicht mehr da ist. Warum denn? Weil er pleite
00:36:57: gegangen ist. Weil er vor lauter Verzweiflung unterboten hat. Ähm,
00:37:00: deswegen, ich find's immer gut, fair zu sein. Also bei dem ganzen Prozedere, bei
00:37:05: dem ganzen Druck, bei dem ganzen Stress fair zu sein
00:37:08: und dann einfach trotzdem auch einen ordentlichen Abschlag aus-auszuhandeln, so
00:37:12: ja. Wir haben's auch schon erlebt, dass, dass, äh, sich mancher Auftraggeber so
00:37:16: kompliziert in einem Vergabeprozess dargestellt hat, dass die Bieter gesagt
00:37:20: haben: "Na, wenn du jetzt schon so kompliziert bist", und haben dann sogar
00:37:23: mal aufgeschlagen, ne.
00:37:24: Und die haben sogar noch was den Zuschlag bekommen. Also
00:37:27: auch so was gibt's. Von daher, äh, mit der Vergabe kann man auch viel noch im Preis
00:37:32: manövrieren und vor allem auch in der Richtigkeit der, der Auftrags- oder, oder
00:37:37: Angebotsinhalte, ne.
00:37:39: So, das, der letzte Punkt war dann die Ausführung, habe ich ja vorhin gesagt, hat
00:37:42: auch unheimlich viel Auswirkungen
00:37:44: und da ist es, äh, geht's auch einfach drum: Wird während der Ausführungsphase
00:37:50: noch viel geändert? Wird da noch geplant? Kommt der Auftraggeber und sagt: "Ja, ich
00:37:54: will das doch ganz anders haben." Wir haben ein Hochhaus gebaut, da haben wir,
00:37:58: äh, den Rohbau schon komplett fertiggestellt gehabt. Die Fassade wird
00:38:01: dann so nach-- Also der Rohbau wächst so, die Fassade wächst nach
00:38:05: und, und die Fassade war schon am Hälfte vom Gebäude. Dann sagt der Auftraggeber:
00:38:08: "Ja, nee, wir machen einen komplett anderen Nutzer da rein. Wir machen aus
00:38:11: einem Gesamtnutzer, machen wir mehrere Abteilungen."
00:38:14: So, ne. Das heißt, du musst deine ganze Leitungsplanung musst du komplett
00:38:17: umdenken. Äh, aus Zellenbüros machen wir Open Office, aus Open Office machen wir
00:38:21: Zellen oder, ne, aus Laboren machen wir Büros. Du hast eine komplett andere
00:38:25: Gebäudetechnik so. Während der Ausführung. Das hat, das hat enorm viel Kraft
00:38:31: gekostet, dass die Kosten da nicht explodiert sind. Ähm, und wir haben's
00:38:35: geschafft, tatsächlich auch das Budget, äh, einzuhalten oder, oder halt mit
00:38:40: geringen Nachträgen, ne. Also wir haben dann wirklich in der, in dem Manövrieren,
00:38:45: haben das geschafft, alle haben mitgezogen. Aber auch da wieder alle
00:38:47: ausführenden Unternehmen, wieder gleiches Ziel, gleiche Motivation, alle mitnehmen,
00:38:51: ja. Äh, da gab's ständig 'ne, 'ne, 'ne, da stand dann ständig 'ne Dönerbude, 'ne
00:38:55: Hähnchen- oder 'ne Haxenbude vor der Tür und 'ne Pommesbude und hat den
00:38:59: Mitarbeitern, hat denen frei Essen ausgegeben, damit die motiviert waren, so.
00:39:03: Also auch so was, ja, einplanen. Ja, du hast ja vorhin irgendwie gesagt, der
00:39:06: Kostengruppe... siebenhundert? Siebenhundert, genau.
00:39:09: Catering, ne? Ja.
00:39:10: Also auch so was. Motivationsessen, Weihnachtsessen, solche Sachen auch für
00:39:15: die, für die Handwerker vor Ort. Coole Sache und man sollte es einplanen. Wenn du
00:39:19: es nicht eingeplant hast, wo holst du es dann her so, ne? Manche Unternehmen
00:39:22: schneiden sich das dann irgendwo aus, aus, aus, aus anderen Budgets raus. Aber wenn
00:39:26: du es natürlich von Anfang an einplanen kannst, ist es eine coole Sache so. Und
00:39:29: ich bin dann Verfechter davon und jedes Mal, wo ich es durchgesetzt hat, haben,
00:39:33: haben, haben die Auftraggeber gesagt: "Das war das Beste, was du machen konntest."
00:39:36: Weil du da so eine Motivation reinbringst, ne. Von daher, also Ausführung, ja, also
00:39:40: Demotivation kann dich auch Geld kosten, ne. Wenn die Handwerker einfach machen,
00:39:43: was sie wollen. Also ich sage jetzt mal ein krasses Beispiel:
00:39:48: Wir haben eine riesen Technikzentrale in dem Gebäude gebaut und, äh, da lief halt
00:39:53: auch, äh, so einige Sachen mit 'nem, mit 'nem gewissen Unternehmer liefen auch
00:39:56: nicht so ganz gut. Und es wurde halt alles abgeladen auf die Monteure. Die, die
00:40:01: konnten am wenigsten dazu, ja. Die haben halt vor lauter Zorn, sind die, haben die
00:40:05: halt in der Technikzentrale eine wilde Party gefeiert, also inklusive Fäkalien an
00:40:09: der Wand und so weiter, ne. So, und dann sind wir mit dem Auftraggeber, haben wir
00:40:13: eine Begehung gehabt und sind dann auf, auf die, auf diesen Vandalismus war es ja
00:40:18: eigentlich, ne, gestoßen. So. Aber wer war das jetzt so, ja? Und du weißt einfach
00:40:22: ganz genau, okay,
00:40:24: da, da ist Demotivation im Team so, ja. Ähm, du weißt, das Team läuft nicht rund,
00:40:29: also der Bautrupp läuft nicht rund und so weiter. Äh, da kannst du dann schon
00:40:32: erwarten, auch, dass, dass dann, dass dann auch als Nächstes dann irgendwelche
00:40:35: Terminverzüge kommen und so weiter. Dass, dass Leute abhauen und das brauchen wir
00:40:39: alles nicht, ja. Also ich kenne das von anderen Ländern, gerade in Osteuropa. Da
00:40:43: ist es gang und gäbe, dass, dass Handwerker von Baustellen abgeworben
00:40:48: werden. Also da sind dann zum Beispiel, ist ein Bautrupp, also die, die heuern
00:40:52: dann, die heuern dann halt Leute an zum Betonieren oder so. Dann kommen da zehn
00:40:57: Leute und betonieren und ei, die Stra-- auf der anderen Straßenseite wird auch ein
00:41:01: Haus betoniert. Dann kommt der Einkäufer, geht da rüber und sagt: "Ey Leute, was
00:41:05: kriegt ihr da? Was, drei Mark fünfzig? Ich zahle euch vier Mark fünfzig." So. Da
00:41:08: legen die die Helme hin und gehen rüber. Am gleichen Tag noch. Ja, so. Äh, zum
00:41:13: Glück haben wir solche Zustände hier nicht, ne. Aber
00:41:16: am Ende des Tages, du siehst, es kann schon wilde, wilde Auswirkungen haben und
00:41:22: du kannst nicht alles vorsehen, aber du kannst zumindest mal als Risiko
00:41:25: titulieren. Kann das passieren bei uns?
00:41:27: Ja, immer beobachten, in welcher Marktlage wir sind, in welcher politischen Lage wir
00:41:30: sind. Und von daher, äh, ist es unheimlich spannend. Ich habe jetzt wieder
00:41:35: Monolog geführt, aber ich glaube- Ich hab's gemerkt. Ich hab's gemerkt.
00:41:38: Ich glaube, es hätte dich vom Hocker gehauen, wenn du jetzt da irgendwie
00:41:40: hättest raten müssen oder so was, ne. Und wenn du dir das Video nachher noch mal im
00:41:44: Nachgang anguckst, ich glaube, das sind viele Dinge dabei, wo du sagst: "Ah, hm,
00:41:47: ah, cool." Ja, und wenn du irgendwann in einem Projekt bist und Kostenmanagement
00:41:51: machst und dir dieses Video anschaust, das ist wow, super, hey, cool, bring ich mal
00:41:55: ein. Und wenn, wenn das nur Themen sind, die du im Smalltalk
00:41:58: so nebenbei in einem Planungsteam oder in einem Workshop einbringen kannst, ja. Das
00:42:01: macht's schon interessant, auch dich als Person, auch, auch für die Runde, für die
00:42:04: Unterhaltung. Oder wenn du mal im Austausch bist, wenn du jemanden
00:42:07: kennenlernst, Fachsimpelst so oder sowas, ne. All das kannst du mitnehmen. Das sind
00:42:12: Themen und mit der Zeit prägt dich auch so ein Projekt, ne, oder die verschiedenen
00:42:15: Projekte. Und das ist ja auch wichtig so. Ja, und das sind auch die Erfahrungen, die
00:42:18: dich dann wieder zu 'nem Pro machen. Und ja,
00:42:22: also von daher, zieht durch, guckt, dass ihr Erfahrungen macht, guckt, dass ihr
00:42:26: Vergleiche macht. Wir machen auf jeden Fall Checklisten für euch. Wir hauen auch
00:42:30: die Inhalte da rein, dass ihr auch damit arbeiten könnt. Ihr könnt euch dann
00:42:33: aussuchen, wir machen bear-bearbeitbare Checklisten, dass ihr aussuchen könnt, ob
00:42:37: ihr die weiter verwendet oder nicht. Und genau, wünsche euch da viel Spaß. Hast du
00:42:42: noch Fragen zu dem Ganzen? Äh, bestimmt Tausende.
00:42:44: Tausende.
00:42:45: Aber ich glaube, wir haben dazu keine Zeit heute. Aber wir werden, wir werden, genau
00:42:49: richtig, wir werden uns noch mal besprechen und, äh, natürlich haben wir
00:42:52: auch viele Themen, die wir off, off-Camera besprechen. Wir sehen uns definitiv im
00:42:56: nächsten Modul wieder. Yes!
00:42:58: Mit ein bisschen mehr Unterhaltung, glaube ich.
00:43:01: Das war, ja, immer Unterhaltung. Bekommen wir auch hin. Und, äh, ja,
00:43:05: Mensch, schaut auf jeden Fall rein, folgt unseren Kanälen.
00:43:08: Wo können uns die Kollegen folgen oder die Follower oder die Zuschauer folgen?
00:43:12: Ihr könnt uns gerne folgen auf unseren, äh, Kanälen. Wir haben ja so Social Media,
00:43:16: Instagram, LinkedIn, alles das, was man kennt.
00:43:18: Ja. Äh, oder natürlich ganz traditionell über
00:43:20: unsere Webseite. Äh, schaut rein, schreibt uns, ähm, genau. Richtig.
00:43:25: Wir freuen uns auf euch und auf euer Feedback. Und ja, bis zum nächsten
00:43:29: Mal.
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